Weiter so! Drucken E-Mail

Wer als jemand, der die Jagd ablehnt oder dieser zumindest kritisch gegenüber steht, die Meldungen der letzten Tage gelesen hat, wird vielleicht in ein zynisches Applaudieren verfallen und sich sicher auch das eine oder andere Grinsen nicht verkneifen können. Denn: Die Jäger bestätigen mit ihren Pleiten-, Pech- und Pannen-Meldungen mal wieder alle Vorurteile und gruseligen Szenarien, welche von Seiten der Jagdgegner immer und fortwährend geschildert werden.
Ist doch aus Jägerkreisen in den letzten Monaten immer wieder zu vernehmen, dass die lodengrünen Freizeitschützen doch bitte der Bevölkerung vermitteln sollen, wie wichtig und unentbehrlich ihre Arbeit sei. Das hehre Waidwerk soll als aufopferungsvolle Tätigkeit im Sinne des Gemeinwohls dargestellt werden. Die Jäger sollen um Zustimmung und Akzeptanz buhlen.
Aber wie soll das funktionieren, wenn die miese Fratze der Jagd immer wieder zum Vorschein kommt? Ich kann nur sagen: Weiter so! Benehmt Euch ganz jägernatürlich und locker und ihr schafft euch selbst ab! Manchmal habe ich das Gefühl, als Jagdgegner brauche man nur abzuwarten und einfach die gruseligen Meldungen zu kommunizieren. Aufklärungsarbeit gegen die Jagd leisten die Jäger am allerbesten selbst! Wäre da nicht das Leid der Tiere, die wilden Gemetzel in Wald und Flur, das lebensverachtende Gebaren, welches untätiges Zuschauen so schwer mach und dies eigentlich auch nicht erlaubt.

Doch nun zu einer Auswahl von aktuellen Fällen:
Ein Wildschwein flüchtet sich vor einer Treibjagd in den Ortskern von Wachenheim und hält eine Sektkellerei zunächst wohl für einen sicheren Ort. Dass es diesen Ort nur tot verlassen wird, war dem Wildschwein wohl nicht klar. (http://www.swr.de/nachrichten/rp/-/id=1682/nid=1682/did=10665762/19xcgro/)
Hier zeigt sich wieder einmal, dass erst Treibjagden die Tiere aus dem Wald in Städte und Dörfer treiben, wo sie dann als Bedrohung angesehen werden. Auch  viele der Wildunfälle im Straßenverkehr sind auf das Fluchtverhalten der Tiere, erzeugt durch den Jagddruck, zurückzuführen.

Ebenfalls wenig Akzeptanz finden die Jäger, wenn nach einer Treibjagd noch tote und zerschossene Tiere in Wald und Flur rumliegen. So ist es geschehen nach einem Jagdvergnügen im Warndtwald im Saarland. Spaziergänger fanden dort die Spuren der marodierenden Waidmänner und -frauen. (http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/voelklingen/Voelklingen-Warndt-Lesereporter-Inge-Albert-Drueckjagd-Treibjagd-Saarforst;art2812,4543528) Neben dem unappetitlichen Anblick lässt dieses Verhalten auch tief blicken, was den Respekt gegenüber der Kreatur seitens der Jäger angeht.

Wenn dann noch Haustierbesitzer erfahren, dass wohl auch weiterhin ihre Hunden und Katzen durch Hobbyschützen abgeschossen werden dürfen, wenn diese in den Verdacht des Wilderns geraten, geht noch einmal eine gehörige Portion der Akzeptanz gegenüber der Jagd verloren. Soeben kam die Meldung, dass wohl die Bundesregierung weiterhin den Abschuss von Hunden und Katzen durch das Bundesjagdgesetz legal halten will. (http://www.pro-iure-animalis.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1330&Itemid=108) Dieser Passus wird wahrscheinlich die nun anstehende Reform des Gesetzeswerkes überdauern. Wenn dann noch immer wieder Berichte auftauchen, dass Jagdhunde, die selbstverständlich von dieser Regelung ausgenommen sind, bei Jagden Wild reißen, fragt sich natürlich der Tierbesitzer, von welchen Hunden wohl die größte Gefahr im Sinne des Artenschutzes und Tierschutzes ausgeht. Man munkelt, neulich hätten bei einer Treibjagd in Rheinland-Pfalz sich Jagdhunde fünf Rehe auf den Speiseplan geholt ...

Dann titelt DIE RHEINPFALZ in dieser Woche: „Treibjagd wirft Fragen auf. Verletztes Kind und erschossenes Kaninchen nach Jagdtreiben am Wochenende“. (http://www.rheinpfalz.de/cgi-bin/cms2/cms.pl?cmd=showMsg&tpl=rhpMsg_thickbox.html&path=/rhp/lokal/kus&id=91-6123130) In einem Wohngebiet hatten Jäger auf das Kaninchen geschossen, welches dort seit einiger Zeit heimisch war. Eine Mutter, die ihren zweijährigen Sohn auf den Arm nahm, stürzte vor Schreck in dem wilden Treiben, wobei ihr Kind verletzt wurde. Jagd am Wohngebiet – auch das fördert nicht die Akzeptanz!

Wem das alles noch nicht genügt und wer sich immer noch nicht sicher ist wie Jäger ticken, der kann sich ja mal abends mit einem leckeren Glühwein vor den PC setzen und in Jägerforen stöbern. Das Bild des verrohten Lusttöters der sich Jäger nennt festigt sich dann recht schnell. Eine Weihnachtsdekoration nach Jägergeschmack birgt dann die Gefahr, dass man sich eben an dem Glühwein verschluckt: https://jagderleben.landlive.de/images/424555/
Wer dann noch den Nerv hat weiter zu recherchieren, kann bei Google-News mal den Suchbegriff „Jagdunfall“ eingeben. Das Bild rundet sich dann noch weiter ab ...

Diese paar Beispiele aus den vergangenen acht Tagen stellen nur einen winzigen Ausschnitt aus dem alltäglichen Jägertreiben dar. Die Argumente, dass Jäger vielmehr Naturzerstörer als Naturbewahrer sind, werden hier auf unserer Seite in vielen Artikeln und Infomaterial zur Verfügung gestellt. Hoffentlich dämmert es bald immer größeren Teilen der Bevölkerung, welche Gefahr von Jägern auch für den Mensch ausgeht!

Also Jäger: Macht weiter so, schafft Euch endlich selbst ab!
(hho)
 


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